Unterwegs mit Eric Duda – Wald und Wiese in Rommelhausen

Die Limeshainer Grünen hatten eingeladen, sich gemeinsam mit Manfred Vogt von der NABU-Gruppe Limeshain die Natur in Limeshain anzusehen. Man traf sich am Eingang zum Limesrundweg, um sich über die Projekte der NABU-Gruppe im Wald bei Rommelhausen zu informieren. Eric Duda begrüßte die teilnehmenden Naturfreunde und betonte, man könne oft mit kleinen Maßnahmen viel zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen. „Das hört nicht jeder gern, aber bepflanzte Vorgärten sind nun mal nachhaltiger als Schottergärten, und wenn wir in unseren Gärten das eine oder andere „Unkraut“ zulassen, freuen sich die Insekten und Vögel,“ merkte Eric Duda an und berichtete eindrucksvoll von den Turmfalken und deren Jungen, die sich noch immer rund um den Nistkasten am alten Trafohäuschen in Himbach aufhielten und sich manchmal bei ihm auf der Fensterbank niederließen.

Manfred Vogt bedankte sich, dass die Limeshainer Grünen Interesse an der Arbeit der NABU-Gruppe Limeshain zeigten und betonte, er wolle die Anwesenden gerne durch die Natur in Limeshain begleiten. Zunächst ging es vorbei an dem 2019 neu bepflanzten Waldstück. Hier mussten die Bäume gefällt werden, da die zunehmende Trockenheit in den vergangenen Jahren dazu führte, dass die Bäume vertrockneten und somit der Borkenkäfer leichtes Spiel hatte, mit der Folge, dass die Bäume nicht mehr zu retten waren. In diesem Areal wurden 2019 nun 5.000 neue Bäume gepflanzt.

Auf dem weiteren Weg zeigte Manfred Vogt verschiedene Nistkästen und Waldkauzröhren und berichtete, dass diese von den Vögeln gut angenommen werden. Er wies aber auch darauf hin, dass eine Nistmöglichkeit für Turmfalken, die am Waldrand errichtet worden war, seit der zunehmenden Bebauung in diesem Bereich von den Turmfalken nicht mehr angenommen werde.

An einer Infostelle entlang des Weges wurden vom NABU verschiedenste Nistmöglichkeiten ausgehängt. So auch das Nest für Mehlschwalben. „Wir hatten vom NABU angeboten, solche Nistmöglichkeiten an Hausbesitzer abzugeben, um die Mehlschwalbe wieder vermehrt nach Rommelhausen zu holen. Wir hatten Anfragen aus der ganzen Wetterau, nur leider nicht aus Limeshain,“ bedauerte Manfred Vogt. Weiter berichtete er, dass die NABU-Gruppe Limeshain 260 verschiedene Nistkästen in Rommelhausen und Himbach betreue. In Hainchen wird dies von der Natur- und Vogelschutzgruppe Hainchen übernommen.

Weiter ging es zur Hirschkäferbrutstätte. Hier wurde kürzlich wieder Eichenholz aufgefüllt. Dies ist wichtig als Nachschub für verbrauchtes unterirdisches Holz, welches Nahrung für die darin lebenden Hirschkäferlarven des selten gewordenen größten einheimischen Käfers bietet.

Hirschkäferbrutstätte

Als letzten Tagespunkt ging es zur Streuobstwiese, welche von der NABU-Gruppe gepflegt wird. Hier berichtete Manfred Vogt, worauf es bei der Pflege von Streuobstwiesen ankommt. Außerdem sprach er über die Gewinner und Verlierer der Vogelwelt. Gewinner sei der Weißstorch, Verlierer das Rebhuhn und der Brachvogel. Der Weißstorch sei in der Wetterau nicht so kritisch zu sehen, wie das in jüngster Zeit teilweise zu hören sei, da dieser seinen Nahrungsbedarf hier in der Wetterau überwiegend über Mäuse abdecke. „Bei meinen Beobachtungen des Weißstorches hat dieser über einen Zeitraum von zwei Stunden acht Mäuse gefressen, und zwar nur Mäuse,“ berichtete Manfred Vogt. Der Weißstorch finde in der Wetterau genügend Mäuse und sei somit nicht als wirkliche Gefahr für andere Kleintiere zu sehen.

Das Thema Streuobstwiesen möchten die Limeshainer Grünen bei einem weiteren Rundgang, diesmal durch die Streuobstwiesen in Himbach, vertiefen. Auch zu diesem Rundgang am 11.10.20 sind alle Interessierten herzlich eingeladen.