
Anfang September wurde der Waldkindergarten „Die Waldentdecker“ in Limeshain Himbach eröffnet. Für Kathrin Anders, MdL, Sprecherin für frühkindliche Bildung und Grundschulen, war es eine Herzensangelegenheit, die Waldentdecker zu besuchen. Schließlich hat die gelernte Erzieherin den ersten Waldkindergarten in ihrer Heimatstadt Bad Vilbel gegründet. „Die Waldentdecker haben den großen Vorteil, dass sie über ein festes Haus verfügen, an dem die Kinder sich nachmittags aufhalten können. Andere Waldkindergärten schließen in der Regel mittags,“ erklärt Anders. „Nach sechs Stunden aktivem Waldaufenthalt sind die Kinder einfach durch und brauchen einen Rückzugsraum, dafür sind in der Regel die Bauwagen zu klein.“ Zusammen mit den beiden Erzieherinnen Jennifer Ritter und Agnieszka Skopp wurden während des Besuches bei den Waldentdeckern die unterschiedlichen Betreuungsvarianten diskutiert und die Besonderheiten der Waldpädagogik hervorgehoben. „Das Besondere an der Waldpädagogik ist, dass sich alle Hilfsmittel in der Natur befinden und der Alltag eher situationsorientiert abläuft,“ erläutert Eric Duda, Bürgermeisterkandidat für die Grünen in Limeshain.

Begeistert sind alle von der Gestaltung des Rückzugsortes der Waldentdecker, dem ehemaligen Vereinsheim der SG Himbach am Georgenwald. „Da hat der Bauhof sehr gute Arbeit geleistet,“ fügt Duda noch hinzu.
In einer zweiten Etappe ging es zur Kita „Farbenfroh“ mit Kita-Leiterin Beate Bandur und Erzieherin Sabine Steinbichl. Beide hatten sich mit dem „Gute-Kita-Gesetz“ auseinandergesetzt. Offene Fragen beantwortete Kathrin Anders gerne.


Das Land Hessen erhält im Rahmen des „Gute-Kita-Gesetzes“ bis zum Jahr 2022 Mittel in Höhe von 412 Millionen Euro – das Land Hessen verdoppelt diese Summe, um die Qualitätsoffensive (Erhöhung des Fachkraft-Kind-Schlüssels; Leitungsfreistellung von 20%) und die Fachkräfteoffensive (dreimal mehr praxisintegrierte vergütete Ausbildungsplätze (PivA); Anleiter*innenfreistellung; Werbekampagne für den Beruf) zu finanzieren!
Weitere 152 Millionen Euro Investitionsmittel kommen für Kita-Bauten vom Land. Das Land Hessen investiert in den nächsten Jahren eine Milliarde Euro für die frühkindliche Bildung in Kitas.
Diese Maßnahmen kommen der Kinderbetreuung vor Ort zugute. Somit werden die kalkulierten Ausfallzeiten der Erzieher und Erzieherinnen für Urlaub, Krankheit und Fortbildung von derzeit 15 auf 22 Prozent erhöht und zum ersten Mal ein fester Zeitanteil für die Leitung einer Kita in Höhe von 20 Prozent festgelegt. Damit sollen die Kita-Leitungen gestärkt werden, denn diese spielen für die qualitative Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung eine zentrale Rolle. Frau Bandur betonte, wenn sie mehr Zeit für ihre Leitungsarbeit habe, gehe es ihren Mitarbeiterinnen besser und damit schließlich auch den Kindern und den Eltern. Kathrin Anders ergänzt: „Jedes Kind hat es verdient, dass mehr Zeit zur Verfügung steht und das erhoffen wir uns durch dieses Paket.“ Eric Duda fügt hinzu: „Ich bin begeistert, wie engagiert und liebevoll sich um die Kinder in und aus Limeshain gekümmert wird.“
Auch über die neue Möglichkeit einer praxisintegrierten, dualisierten Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern wurde ausführlich gesprochen sowie über die erst kürzlich – aufgrund eines gemeinsamen Antrages von CDU und Bündnis 90/Die Grünen – beschlossene Förderung multiprofessioneller Teams in den Kitas. Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger sollen künftig ohne Einschränkung als Fachkräfte anerkannt werden. Der Fachkraftkatalog wird um Kräfte zur Mitarbeit erweitert, wie z.B. durch Sozialassistentinnen und -assistenten und Kräfte mit Bildungs- und Erziehungserfahrung, die aufgrund ihrer Tätigkeit zum Profil der Kita passen. Multiprofessionelle Teams können nun als gleichwertige Fachkräfte in den Kitas eingesetzt werden. Die Leiterin der Kita Farbenfroh machte deutlich, dass es ein Gewinn für alle Kolleginnen und Kollegen sei, wenn die Krankenschwester/der Krankenpfleger oder die Ergotherapeutin/der Ergotherapeut nun endlich festangestellt werden könne.
Sollte sich der Bund nach 2022 aus dem Gesetz herausziehen, wird die Landesregierung die weitere Zahlung gewährleisten. Aus dem Programm „Starke Heimat Hessen“ fließen bis 2024 insgesamt 720 Millionen Euro an die Träger der Kitas. Mit diesen Mitteln unterstützt die Landesregierung die vielfältige pädagogische Arbeit vor Ort. Das wird dadurch erreicht, dass lange Öffnungszeiten finanziert und die Betriebskostenförderung für die Kitas erheblich gesteigert wird. Somit werden die Kommunen darin unterstützt, die Plätze zu schaffen, die die Familien vor Ort benötigen. Eine Übernahme der Kita-Gebühren während der Schließzeiten in der Covid-19 Pandemie durch das Land ist ebenfalls geplant. Derzeit muss das aber noch durch den Haushaltausschuss des Parlaments. Die kommunalen Spitzenverbände wurden bereits darüber informiert.