Pressemitteilung vom 02.09.2020
„Wieder mal verpasst Limeshain eine Chance auf Nachhaltigkeit“
Noch in der Gemeindevertretersitzung am 23.06.2020 sahen Bürgermeister Ludwig, die SPD und die CDU-Fraktion Handlungsbedarf, was das Verbrennen von Reisighaufen anbelangt. Bis April dieses Jahres wurden 50 Anträge auf Verbrennung gestellt. Im letzten Jahr waren es insgesamt 55 Anträge. Der Trend geht also klar nach oben. Was nun zum Umdenken in den letzten zwei Monaten bis zur Sitzung des Forst- und Landwirtschaftsausschusses geführt hat, darüber kann nur spekuliert werden. „Es wurde eine Chance vertan, hier aktiv und nachhaltig etwas für den Tier- und Umweltschutz und damit für den Erhalt unserer Naturvielfalt für die nächsten Generationen zu tun“, kommentiert Klaus Wörner, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Limeshain, die Meinungsänderung der anderen Fraktionen.
Die Problematik bei der Verbrennung von Reisighaufen ist einmal, dass bis zur Antragsstellung für die Erlaubnis einen Reisighaufen zu verbrennen, diese schon längere Zeit liegen, damit das Holz trocken verbrannt werden kann. Zum anderen wird die Verbrennung leider auch zur illegalen Müllentsorgung genutzt. Wenn Reisighaufen längere Zeit liegen, nisten sich Tiere ein, welche dann elendig verbrennen. Dr. Mattern von der Unteren Naturschutzbehörde setzt auf Eigenverantwortung und hat den Teilnehmern des Ausschusses empfohlen, eine 10-prozentige Stichprobenkontrolle durchzuführen. Dies wurde umgehend von Bürgermeister Ludwig aufgegriffen und soll nun so durchgeführt werden.
„Eine zusätzliche Belastung durch Mehrarbeit für unser Ordnungsamt war und ist nicht in unserem Sinne! Wir wollen keine Kontrollinstanz. Auch wir setzen auf Eigenverantwortung, allerdings war unser langfristiges Ziel, einen Häcksler über die Gemeinde anzuschaffen, damit die Verbrennung unnötig werden würde. Für die, die dann dennoch lieber verbrennen, wäre der eine Monat ausreichend gewesen“, erklärt Eric Duda, Bürgermeisterkandidat für Limeshain. Monika Ditter ergänzt: „Uns ist bewusst, dass ein Monat ein sehr strenger zeitlicher Rahmen ist. Allerdings könnte dieser strenge Rahmen dazu beitragen, Kleinsäuger nicht in ihrer Winterruhe zu stören und ihnen sowie Insekten und Vögeln eine größere Chance zum Überleben zu geben.“
Der Antrag wurde wegen Mangel auf Erfolgsaussicht von den Grünen zurückgezogen. „Wir appellieren an alle Streuobstwiesenbesitzer, die ihre Reisighaufen längere Zeit vor dem Verbrennen aufschichten, diese vor der Verbrennung umzuschichten, damit dieses unnötige Tiersterben ein Ende hat“, bittet Heike Strohschnitter, Sprecherin der Grünen in Limeshain. „Denn selbst, wenn das Ordnungsamt jetzt prüft, ob nach Antragsstellung zügig verbrannt wird, ist das Hauptproblem die Zeit davor, in welcher die zur Verbrennung vorbereiteten Haufen längere Zeit auf den Streuobstwiesen liegen.“