{"id":1970,"date":"2021-01-25T21:10:47","date_gmt":"2021-01-25T20:10:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruene-limeshain.de\/?p=1970"},"modified":"2021-05-14T08:38:15","modified_gmt":"2021-05-14T07:38:15","slug":"wahlprogramm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruene-limeshain.de\/index.php\/Archive\/1970","title":{"rendered":"Wahlprogramm 2021-2026"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen Limeshain<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"> <\/h2>\n\n\n<p><strong><u>Vorwort<\/u><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Da es den l\u00e4ndlichen Raum als einheitliche Gr\u00f6\u00dfe nicht gibt, sollten wir anfangen zu unterscheiden. Die N\u00e4he zu Frankfurt bringt viele Chancen, aber birgt auch viele Nachteile. Bei der Planung f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum kommt es immer wieder darauf an, ob eine ganze Region oder nur eine Gemeinde im Fokus liegt. Doch dies hat Konsequenzen f\u00fcr uns. Um Limeshain zukunftsf\u00e4hig zu halten, m\u00fcssen die technische Infrastruktur (Ausbau Internet), aber auch die soziale Infrastruktur (Bildungseinrichtungen, \u00e4rztliche Versorgung, \u00d6PNV) deutlich ausgebaut werden. Unsere Ortsentwicklungen sind ohne die Beteiligung unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure nicht mehr sinnvoll.<\/p>\n<p>Wir sollten uns auf das Gemeinsame besinnen und nicht das Trennende suchen \u2013 auf Augenh\u00f6he mit Respekt, Wertsch\u00e4tzung, Toleranz, Akzeptanz und Offenheit f\u00fcr Vielf\u00e4ltigkeit. Dies gelingt nur mit einem Miteinander \u2013 \u00fcber die politischen Grenzen hinaus.<\/p>\n<p><strong><u>1. Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft<\/u><\/strong><\/p>\n<p><strong>1.1 Klimakommune<\/strong><\/p>\n<p>Im November 2020 wurde auf Antrag der SPD-Fraktion beschlossen, dass die Gemeinde Limeshain zum B\u00fcndnis \u201eHessen aktiv: die Klima-Kommune\u201c beitritt. Es handelt sich hierbei um eine Initiative des Hessischen Ministeriums f\u00fcr Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV). Die bei der Hessischen LandesEnergieAgentur (LEA) angesiedelte Fachstelle der Klima-Kommunen \u00fcbernimmt als ausf\u00fchrendes Organ der Landesregierung zentrale Aufgaben bei der Koordination und fachlichen Betreuung des Netzwerkes. Dieser Beitritt beruht auf Freiwilligkeit ohne Auflagen. Damit dieser Beitritt auch einen Sinn macht, werden wir uns daf\u00fcr einsetzen, dass m\u00f6glichst viele Projekte rund um den Klimaschutz initiiert bzw. angepasst werden. Wir werden uns f\u00fcr eine \u00d6ffentlichkeitsarbeit rund um den Klimaschutz starkmachen. Das Ganze wird mit F\u00f6rdergeldern der Landesregierung unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p><strong>1.2 Naturwald<\/strong><\/p>\n<p>Bedingt durch die D\u00fcrreperioden, gerade in den letzten Jahren, vertrocknet unser Wald und wird dadurch von Sch\u00e4dlingen befallen. Das landschaftliche Erscheinungsbild wird sich in den n\u00e4chsten Jahren ver\u00e4ndern. \u00d6kologische Funktionen und die Artenvielfalt sind gef\u00e4hrdet. Der Wald stirbt. Dabei ist er lebensnotwendig, denn er filtert die Schadstoffe aus der Luft, bindet Kohlendioxid und filtert das Grundwasser. Naturw\u00e4lder spielen \u00fcber ihren Beitrag f\u00fcr die biologische Vielfalt hinaus eine wichtige Rolle f\u00fcr den Klimaschutz. Schon seit 1989 ist es ein bundespolitisches Ziel, auf 5 Prozent der Waldfl\u00e4che eine Naturwald-Entwicklung zu erreichen. 2007 fand dieses Ziel Eingang in die <em>Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt<\/em> und 2016 auch in die <em>Hessische Biodiversit\u00e4tsstrategie<\/em>. Auch auf kommunaler Ebene ist es wichtig, zu den Zielen des Klimaschutzes und der biologischen Vielfalt beizutragen. Wir wollen uns daf\u00fcr einsetzen, dass 60 Prozent des Kommunalwaldes der Gemeinde dauerhaft aus der forstlichen Nutzung genommen und als Stilllegungsfl\u00e4che ausgewiesen werden. Daf\u00fcr sollen Fl\u00e4chen ausgew\u00e4hlt werden, die einen (vergleichsweise) hohen \u00f6kologischen Wert besitzen, wie beispielsweise Fl\u00e4chen von ortstypischen oder unterrepr\u00e4sentierten nat\u00fcrlichen Waldlebensraumtypen, mit einem hohen Anteil standortgem\u00e4\u00dfer, heimischer Baumarten (insbesondere Laubbaumarten wie Buche) und Fl\u00e4chen mit alten und sehr alten, dicken B\u00e4umen. Naturschutzverb\u00e4nde fordern ebenfalls seit langem, W\u00e4lder als Naturw\u00e4lder auszuweisen.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1.3 Streuobstwiesen<\/strong><\/p>\n<p>Streuobstwiesen geh\u00f6ren zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas. Sie bieten beste Voraussetzungen f\u00fcr eine hohe Artenvielfalt. Die N\u00e4hrstoffknappheit durch die fehlende D\u00fcngung und die nur zweimal im Jahr stattfindende Mahd bewirken, dass keine Pflanzenart \u00fcberhandnehmen kann. So k\u00f6nnen zahlreiche Arten nebeneinander existieren.&nbsp;Wir wollen das Bewusstsein f\u00fcr den Umgang mit Streuobstwiesen sch\u00e4rfen. Die F\u00f6rderung und Unterst\u00fctzung bei der Anpflanzung und der Pflege kann zum Erhalt und der Erweiterung der Streuobstwiesen in Limeshain beitragen. Hier kann die Gemeinde Limeshain einen wichtigen Beitrag zum aktiven Klimaschutz leisten.<\/p>\n<p><strong>1.4 Naturschutzbeauftragter<\/strong><\/p>\n<p>Wir wollen den Naturschutzbeauftragten der Gemeinde st\u00e4rker einbinden. Den Empfehlungen des Beauftragten muss bei der zuk\u00fcnftigen Entwicklung der Gemeinde mehr Gewicht gegeben werden.<\/p>\n<p><strong>1.5 Gr\u00fcnstreifenpflege<\/strong><\/p>\n<p>Wir werden uns f\u00fcr eine m\u00f6glichst schonende Pflege der Wegr\u00e4nder und Gr\u00fcnstreifen einsetzen. Der regelm\u00e4\u00dfig notwendige R\u00fcckschnitt von Hecken, Str\u00e4uchern und B\u00e4umen soll m\u00f6glichst ohne Sch\u00e4digung des Geh\u00f6lzes durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p><strong>1.6 Entsorgung von Reisighaufen<\/strong><\/p>\n<p>Reisighaufen sind wertvolle Lebensr\u00e4ume f\u00fcr eine Vielzahl von Lebewesen. Dem unachtsamen Verbrennen von Reisighaufen und Schnittgut sowie der unsachgem\u00e4\u00dfen Lagerung von Gr\u00fcnschnitt auf Weidefl\u00e4chen bzw. Streuobstwiesen muss mehr Beachtung geschenkt werden. Diesem kann mit der Anschaffung eines gemeindeeigenen H\u00e4ckslers sowie der Errichtung eines Sammelplatzes zur weiteren Verarbeitung entgegengewirkt werden.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><strong><u>2. Soziales, Kinder und Jugend<\/u><\/strong><\/p>\n<p><strong>2.1 Soziales<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Integrierte Sozialraumentwicklung<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Die Einwohnerentwicklung im l\u00e4ndlichen Raum ist stark durch die nat\u00fcrliche Bev\u00f6lkerungsentwicklung bestimmt. Gerade junge Menschen zieht es in die St\u00e4dte. Die N\u00e4he zu Frankfurt ist hier ein Vorteil f\u00fcr Limeshain. Dennoch sollten wir gerade f\u00fcr junge Menschen das Leben im Dorf attraktiver gestalten, um den Anspr\u00fcchen f\u00fcr ein kulturell vielf\u00e4ltiges Leben zu unterst\u00fctzen, dabei aber die \u00e4ltere Generation nicht vergessen. Daf\u00fcr ben\u00f6tigen wir eine integrierte Sozialraumentwicklung. Wir Gr\u00fcnen setzen uns f\u00fcr das Hinzuziehen einer\/eines ehrenamtlichen Orts- und Sozialraumentwicklerin\/-entwicklers ein. Diese\/r sollte als Hauptaufgabe die Begleitung von sozialr\u00e4umlichen Entwicklungsprozessen haben und die Gemeindevertretung diesbez\u00fcglich beraten.&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Gleichstellungsbeauftragte<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten muss wieder besetzt werden.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Die kommunale Gleichstellungsbeauftragte ist Ansprechpartnerin f\u00fcr die Frauen in der Verwaltung wie auch f\u00fcr die B\u00fcrgerinnen der Gemeinde. Die Umsetzung der Gleichstellung vor Ort f\u00e4llt in ihren Zust\u00e4ndigkeitsbereich. Die Gleichstellungsbeauftragte wirkt mit bei allen Vorhaben und Ma\u00dfnahmen der Gemeinde, die die Belange von Frauen ber\u00fchren oder Auswirkungen auf die Gleichberechtigung von Frau und Mann und die Anerkennung ihrer gleichberechtigten Stellung in der Gesellschaft haben. Frauenf\u00f6rderung im Erwerbsleben, der Wiedereinstieg in den Beruf, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Ma\u00dfnahmen gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch stehen dabei im Vordergrund. Die Gleichstellungsbeauftragte setzt sich ebenso f\u00fcr die Belange von M\u00e4dchen in Schule, Ausbildung und in der Jugendarbeit ein und initiiert zielgruppenspezifische Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Alleinerziehende, Sozialhilfeempf\u00e4ngerinnen und Migrantinnen.<\/p>\n<ul>\n<li>Familienb\u00fcro<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Familienb\u00fcros bieten die Chance, die B\u00fcrgern\u00e4he zu erh\u00f6hen. Durch eine kommunale Servicestelle kann der Alltag von Familien mit Beratungsleistung, Lotsenfunktion, Antragsmanagement und geschultem Call\u00adCenter f\u00fcr Fragen und Antr\u00e4ge erheblich erleichtert werden (Bereitstellung von Informationsangeboten \u00fcber kinder- und familienspezifische Fragen und Leistungen.)<\/p>\n<p><strong>2.2 Kinder<\/strong><\/p>\n<p>Das allt\u00e4gliche Lebensumfeld von Kindern gesundheitsf\u00f6rdernd gestalten \u2013 und das von Anfang an. Bewegungsverhalten wie auch Ern\u00e4hrungsverhalten werden von klein auf gepr\u00e4gt. Neben den Eltern haben Tageseinrichtungen f\u00fcr Kinder eine bedeutende Rolle bei der Gestaltung des t\u00e4glichen Verpflegungsangebotes. Dabei ist nicht nur die Verpflegungsqualit\u00e4t wichtig, sondern auch die entsprechende Ern\u00e4hrungs- und Gesundheitsbildung. Beides muss im Einklang stehen, um die gesundheitliche Entwicklung des Kindes optimal zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Ein zentraler Bestandteil einer gesundheitsf\u00f6rdernden Lebensweise ist das regelm\u00e4\u00dfige Angebot von ausgewogenen Mahlzeiten sowie das gemeinsame Essen. Eine vollwertige Verpflegung und die Qualit\u00e4t der Ern\u00e4hrung beeinflussen die k\u00f6rperliche und geistige Entwicklung bei Kindern und sind somit elementare Bestandteile der Gesundheitsf\u00f6rderung. Wir wollen uns daf\u00fcr einsetzen, dass die Ern\u00e4hrungs- und Gesundheitsbildung in der Gemeinde eine Rolle spielt.<\/p>\n<p><strong>2.3 Jugend<\/strong><\/p>\n<p>In den letzten Jahren wurde viel f\u00fcr die Limeshainer Kinder getan. Das war wichtig und gut. Aber wir d\u00fcrfen die Jugend dabei nicht vergessen. Die Jugendpflege in Limeshain leistet gro\u00dfartige Arbeit. Aber auch die Jugendlichen brauchen einen gesch\u00fctzten Ort, in dem sie sich treffen und entfalten k\u00f6nnen, und zwar abseits von Erwachsenen. Dieser Ort muss kein Geb\u00e4ude sein. Eine Skater-, Bike-Anlage w\u00e4re ein Anfang. Eine Bedarfsanalyse, organisiert durch die Jugendpflege, k\u00f6nnte die Bed\u00fcrfnisse der Jugendlichen erfassen und bedarfsgerechte Ma\u00dfnahmen initiieren.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2.4 Gesundheitsversorgung<\/strong><\/p>\n<p>Der demographische Wandel stellt insbesondere den l\u00e4ndlichen Raum vor gro\u00dfe Herausforderungen. Wir brauchen eine wohnortnahe Grundversorgung, welche nicht mehr nur dezentral organisiert sein darf. F\u00fcr eine fl\u00e4chenhafte Erreichbarkeit war und ist eine individuelle Pkw-Mobilit\u00e4t vonn\u00f6ten. Da aber auch bei uns der demographische Wandel nicht haltmacht, brauchen wir Alternativen, um die \u00e4rztliche Versorgung, gerade von \u00e4lteren Menschen, sicherzustellen. Alternative k\u00f6nnten sogenannte \u201eGemeindeschwestern\u201c sein aber auch \u201erollende Praxen\u201c w\u00e4ren eine gute M\u00f6glichkeit, um die \u00e4rztliche Versorgung sicherzustellen. Telemedizin und eHealth (Videosprechstunde oder Monitoring von Vitalparametern) werden eine gr\u00f6\u00dfere Rolle in der Gesundheitsversorgung spielen als jetzt.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><strong><u>3. Gemeindeentwicklung und Finanzen<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Wir aus uns heraus sollten Limeshain entwickeln und uns nicht von der Wirtschaft lenken lassen. Denn dieses \u201eImmer-mehr-Paradigma\u201c wird zuk\u00fcnftig ein immer gr\u00f6\u00dferer Teil der Probleme im l\u00e4ndlichen Raum werden. Ebenso sollten wir uns nicht mit einem Vergleich mit fr\u00fcher zufriedengeben. Denn regionale Entwicklung sollte auch immer die aktuellen Erwartungen und W\u00fcnsche der BewohnerInnen ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p><strong>3.1 B\u00fcrgerkommune<\/strong><\/p>\n<p>Um Akzeptanz und Vertrauen in die kommunale Politik wiederaufzubauen, brauchen wir mehr B\u00fcrgerbeteiligung, gerade bei wichtigen Entscheidungen. Das b\u00fcrgerliche Engagement ist die tragende S\u00e4ule einer jeden Demokratie \u2013 f\u00fcr eine soziale und lebendige Gemeinschaft. Eine B\u00fcrgerkommune kann dazu beitragen, die gro\u00dfen kommunalen Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen, durch aktive Beteiligung und alternative Formen von Kooperationen und Vernetzung. Auch B\u00fcrgerversammlungen sind f\u00fcr die Akzeptanz der Entscheidungen der Gemeindevertretung unabdingbar. B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sind Expertinnen und Experten ihrer Lebenssituation und sollten als solche auch geh\u00f6rt werden. Ziel sollte es sein, dass es zu einer Kooperation der verschiedenen Akteurinnen und Akteure bei der Planung und Abstimmung von Vorhaben kommt.<\/p>\n<p><strong>3.2 Ortsbeir\u00e4te<\/strong><\/p>\n<p>Die Ortsteile von Limeshain sind noch nicht so gro\u00df, dass Ortsbeir\u00e4te zwingend notwendig sind. Dennoch sind Unterschiede der Ortsteile vorhanden und es Bedarf differenzierter L\u00f6sungsans\u00e4tze. Die Gebietsreformen haben dazu gef\u00fchrt, dass die einzelnen D\u00f6rfer ihre Unabh\u00e4ngigkeit verloren haben. Mittlerweile ist belegt, dass diese Gebietsreformen zu keinen nennenswerten finanziellen Einsparungen gef\u00fchrt haben. Der soziale und demokratische Verlust hingegen ist nachgewiesen. Um das Gemeinwohl zu st\u00e4rken, braucht es eine von der B\u00fcrgerschaft getragene Demokratie. Ansonsten entsteht Unverst\u00e4ndnis und Resignation, was dazu f\u00fchrt, dass wir immer mehr Nicht- und Protestw\u00e4hler haben werden.<\/p>\n<p><strong>3.3 Zeitgem\u00e4\u00dfes modernes B\u00fcrgerinformationssystem<\/strong><\/p>\n<p>Der Internetauftritt der Gemeinde muss dringend modernisiert und die Richtlinie EU 2016\/2102 zur Barrierefreiheit endlich umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Als zeitgem\u00e4\u00dfes B\u00fcrgerinformationssystem muss die M\u00f6glichkeit zur Online-Terminvergabe, eine Volltextsuche in Sitzungsprotokollen und \u00f6ffentlichen Sitzungsunterlagen sowie eine mobile Nutzung gew\u00e4hrleistet sein. Der \u00f6ffentliche Teil der Sitzungsunterlagen f\u00fcr die Gemeindevertreter soll in vollem Umfang sp\u00e4testens drei Tage vor Sitzung auch der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht werden. Den Fraktionen sollten alle Unterlagen in der Regel sieben Tage vor Sitzung zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/p>\n<p><strong>3.4 Digitalisierung<\/strong><\/p>\n<p>Die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, wie wertvoll Homeoffice ist und die Zukunft liegt \u2013 zumindest in manchen Berufszweigen \u2013 in Co-Working-Spaces. Dies ist auch die Chance im l\u00e4ndlichen Raum, denn dadurch k\u00f6nnen in Zukunft andere Besch\u00e4ftigungsformen entwickelt werden. Dazu muss aber die infrastrukturelle Versorgung sichergestellt werden. Notwendig ist daf\u00fcr der Glasfaserausbau bis ins Haus, fl\u00e4chendeckend in ganz Limeshain.<\/p>\n<p>Der Glasfaserausbau wird auch f\u00fcr die medizinische Versorgung eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen. Denn Telemedizin und eHealth werden ein wesentlicher Bestandteil der medizinischen Versorgung der Zukunft sein.<\/p>\n<p><strong>3.5 Leerstandsmanagement<\/strong><\/p>\n<p>Formuliertes Ziel der Bundesregierung im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der Regierung lautet, die t\u00e4gliche Fl\u00e4cheninanspruchnahme f\u00fcr Siedlungs- und Verkehrsfl\u00e4chen bis 2030 auf 30 Hektar zu reduzieren. Wir wissen heute, dass das Ziel nicht erreicht wird. Es ist nicht nur Aufgabe der Bundesregierung, solche Ziele zu formulieren und umzusetzen, sondern es ist auch die Aufgabe jeder Kommune, diese umzusetzen. Auch in Limeshain wurden in der Vergangenheit nur Neubaugebiete ausgewiesen, anstatt die Leerst\u00e4nde im Ortskern zu erfassen und diese mit Leben zu f\u00fcllen. Die Innenentwicklung sollte vor die Au\u00dfenentwicklung gestellt werden. Wir werden deshalb ein Leerstandskataster f\u00fcr Limeshain fordern, um zu erfassen, wie viele H\u00e4user in den Ortskernen leer stehen. Unser Ziel ist es, Altes zu erhalten und damit die Ortskerne vor dem drohenden Aussterben zu bewahren. F\u00f6rdermittel, wie das Programm \u201eF\u00f6rderung der Dorferneuerung\u201c, sollten daf\u00fcr genutzt werden.<\/p>\n<p><strong>3.6 Haushalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Covid-19 Pandemie wird auch Spuren in zuk\u00fcnftigen Haushaltspl\u00e4nen der Gemeinde hinterlassen. Denn die zu erwartenden Steuereinnahmen werden in den kommenden Jahren niedriger ausfallen. Die Nichteinnahmen, wie z. B. Kitabeitr\u00e4ge kommen hinzu. Die Landesregierung hat daf\u00fcr zwar einen kommunalen Finanzausgleich geschaffen. Das bedeutet, dass Limeshain zus\u00e4tzlich 87.720 \u20ac erh\u00e4lt.&nbsp; Dennoch werden die Belastungen in den kommenden Jahren besonders hoch sein. Wir setzen dennoch auf einen soliden Umgang mit den Finanzen und einen dauerhaft ausgeglichenen Haushalt.<\/p>\n<p><strong>3.7 Gewerbe<\/strong><\/p>\n<p>Investitionen und F\u00f6rderung durch die Gemeinde sind unser Ziel. Innovative Konzepte, gerade f\u00fcr Kleingewerbe, sollen g\u00fcnstige Bedingungen schaffen, um ein gutes Aufkommen zu erwirtschaften. Mittelst\u00e4ndisches und Kleingewerbe muss immer vor Logistik stehen. Limeshain hat in der Vergangenheit gezeigt, dass es hochspezialisierte Unternehmen ansiedeln kann. Wir sollten uns auf eine wirtschaftliche Entwicklungsdynamik fokussieren, die auf Handwerk und einer industriell-gewerblichen Basis beruht. Innovative Betriebe und neue Technologien sollten gef\u00f6rdert und beworben werden. Ebenso die Unterst\u00fctzung zur Gewinnung von Fachkr\u00e4ften f\u00fcr unsere gewerblichen Betriebe muss im Vordergrund stehen. Daf\u00fcr muss das soziale Umfeld geschaffen werden, vorhandene Ressourcen besser genutzt werden.<\/p>\n<p>Die regionalen Ans\u00e4tze, wie die Hofl\u00e4den, Kulturkneipen und Dorfl\u00e4den m\u00fcssen eine Zukunft haben und sollten bei Bedarf unterst\u00fctzt werden. Denn diese sind Kommunikationsort und schlie\u00dfen die Versorgungsl\u00fccken, gerade in den Ortsteilen Hainchen und Himbach.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><strong><u>4. Verkehr<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Wir verstehen Mobilit\u00e4t im Sinne der Teilhabe an der Wirtschaft und Gesellschaft. Im l\u00e4ndlichen Raum ist der Verzicht auf das Auto nur schwer umsetzbar. Eine Verkehrswende ist auf der anderen Seite dringend erforderlich. Die Attraktivit\u00e4t f\u00fcr alternative Mobilit\u00e4t sollte gesteigert werden. Daf\u00fcr muss in Limeshain einiges getan werden:<\/p>\n<p><strong>4.1 Radwege<\/strong><\/p>\n<p>Radwege m\u00fcssen ausgebaut werden bzw. neu erschaffen werden, etwa in Richtung Eckartshausen. Radschnellwege Richtung Frankfurt und Friedberg sollten gepr\u00fcft und umgesetzt werden.<\/p>\n<p><strong>4.2 Car- und E-Bike-Sharing<\/strong><\/p>\n<p>Autos und Fahrr\u00e4der k\u00f6nnen gemietet werden. Dies hat den Vorteil, dass nicht in jedem Haushalt ein oder zwei Autos zur Verf\u00fcgung stehen m\u00fcssen, dass die Stra\u00dfen nicht zugeparkt sind, und dass f\u00fcr den Einzelnen hohe Kosten f\u00fcr Reparaturen und Versicherung entfallen. Das gilt auch f\u00fcr Fahrr\u00e4der. Es sollten mit Herstellern von Autos und E-Bikes Gespr\u00e4che gef\u00fchrt werden, Angebote eingeholt werden und eine von der Gemeinde verwaltete Zentralstelle errichtet werden.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem werden wir uns auch in dieser Wahlperiode f\u00fcr den Ausbau der Ladeinfrastruktur einsetzen. Derzeit gibt es eine Lades\u00e4ule mit zwei Anschl\u00fcssen (E-Lades\u00e4ule von OVAG) auf dem Parkplatz der Gemeindeverwaltung in Himbach, eine in der Kurt-Schumacher-Stra\u00dfe am Kindergarten Hainchen und eine Am Steinchen am Kindergarten in Himbach. Die Stromtankstellen in Hainchen sowie am Kindergarten in Himbach sind an die \u00d6ffnungszeiten der Kitas gebunden. Die Schaffung von Ladeinfrastruktur (angepasstes Stromnetz und Bereitstellung von ben\u00f6tigen Fl\u00e4chen) und der Bau von Lades\u00e4ulen in neuen Baugebieten (z. B. \u201eGel\u00e4nde Radandt\u201c) m\u00fcssen Standard werden. Auch die Pr\u00fcfung, ob durch Umr\u00fcstung von Stra\u00dfenlaternen Lades\u00e4ulen geschaffen werden k\u00f6nnen, muss in ein Gesamtkonzept eingebunden sein.<\/p>\n<p><strong>4.3 \u00d6ffentlicher Nahverkehr<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend in Gro\u00dfst\u00e4dten der \u00d6PNV im 10-bis-30-Minuten-Takt l\u00e4uft, f\u00e4hrt der Bus in Limeshain Richtung Altenstadt und B\u00fcdingen nur wenige Male am Tag. Die Fahrt in Richtung Hanau ist sogar nur aus Himbach m\u00f6glich. Die Bahnlinie RB 34 der Niddertalbahn (Stockheimer Lieschen) wird bis 2027 ausgebaut und elektrifiziert. Vorhandene Angebote m\u00fcssen aufgegriffen und optimiert werden.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich setzen wir auf die Zukunft. Projekte wie \u201eautonomes Busfahren\u201c werden starten. Wir werden uns daf\u00fcr einsetzen, dass Limeshain an einem dieser Pilotprojekte teilnehmen kann.<\/p>\n<p>Auch B\u00fcrgerbusse, die ehrenamtlich betrieben werden, sollten in Betracht gezogen werden. F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten des Landes Hessen gibt es bis 2022 und wahrscheinlich dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><strong><u>5. Ehrenamt, Kultur, Vereine und Sport<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Die Rolle von Vereinen in der Gesellschaft \u00e4ndert sich zwar, aber der Wunsch nach Gemeinschaft bleibt bestehen. Durch die Vereine leben die D\u00f6rfer. Sie sind heutzutage wesentlich mehr als nur ein Ort des Beisammenseins. Sie sind Bildungstr\u00e4ger. Sie vermitteln jungen Menschen das Gemeinwohl und die Grundregeln des Miteinanders. Gleichzeitig hat sich aber der Anspruch an Qualit\u00e4t ge\u00e4ndert. Deshalb ist es wichtig, dass Vereine erkennen, dass die Gesellschaft sich wandelt und darauf reagieren. Dies ben\u00f6tigt allerdings auch bestimmte Rahmenbedingungen, die die Gemeinde schaffen kann. Damit unsere Vereine erhalten bleiben, bedarf es an Aufmerksamkeit und Zuwendung. Statt auf Pflichterf\u00fcllung und Ehre des Einzelnen zu setzen, sollten die Vereine durch eine neu gelebte Anerkennungskultur gef\u00f6rdert werden. Dies ist Aufgabe aller B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, aber auch der Kommunalpolitik.<\/p>\n<p>Kulturelle Teilhabe darf nicht vom Wohnort abh\u00e4ngen. Trotzdem ist Kulturpolitik eher Stadtpolitik. Die \u00f6ffentlichen Gelder flie\u00dfen eigentlich nur in die kulturelle Infrastruktur der St\u00e4dte. Das wollen wir \u00e4ndern. Denn Kultur reagiert auf gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen, stellt die Bed\u00fcrfnisse und Probleme dar und bietet einen eigenen Zugang. Theaterst\u00fccke zum Beispiel sind oft der Spiegel unserer Gesellschaft. Solche Themen- bzw. Arbeitsgruppen sollten entwickelt und gef\u00f6rdert werden. Wir setzen hier in erster Linie auf die Kreativit\u00e4t und Innovationskraft jedes Einzelnen. Dennoch sehen wir auch die Gemeindevertretung in der Pflicht.<\/p>\n<p>Die Etablierung eines Wochenmarktes, abwechselnd in den drei Ortsteilen (mit Kooperation der Hof- und Dorfl\u00e4den) w\u00e4re eine M\u00f6glichkeit, Menschen zu verbinden und sich auszutauschen.<\/p>\n<p>Eigeninitiativen zur Dorferneuerung sollten gef\u00f6rdert und unterst\u00fctzt werden. Dabei sollte auf die Erhaltung von vorhandenen Strukturen geachtet werden.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten ein j\u00e4hrliches Kinderfest etablieren, an welchem u. a. die Vereine sich pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen und so f\u00fcr MitgliederInnen werben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Kulturscheune sollte ihrem Namen entsprechend mehr f\u00fcr Kultur eingesetzt werden als f\u00fcr private Feiern. Regelm\u00e4\u00dfige Ausstellungen mit Vernissagen w\u00e4ren eine Anerkennung unserer Limeshainer K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler. Mehr Theater, Gesang und \u00f6ffentliche Feste w\u00fcrden dem Namen \u201eKulturscheune\u201c einen Sinn geben.<\/p>\n<p>Dies alles soll der St\u00e4rkung des d\u00f6rflichen Miteinanders durch gemeinsame Aktivit\u00e4ten dienen. Denn gemeinsame Erlebnisse schaffen Verbindung zueinander und miteinander.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.gruene-limeshain.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wahlprogram_Buendnis-90_Die-Gru\u0308nen_Limeshain_2021-2026.pdf\">Wahlprogram_Buendnis-90_Die-Gru\u0308nen_Limeshain_2021-2026<\/a><a href=\"https:\/\/www.gruene-limeshain.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wahlprogram_Buendnis-90_Die-Gru\u0308nen_Limeshain_2021-2026.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen Limeshain Vorwort Da es den l\u00e4ndlichen Raum als einheitliche Gr\u00f6\u00dfe nicht gibt, sollten wir anfangen zu unterscheiden. 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