Zur Entwicklung im Interkommunalen Gewerbegebiet Limes
Wir erinnern uns.
Wie war das denn am Anfang, als es losging mit der Planung des Interkommunalen Gewerbegebietes Limes?
Es war die Rede von der Entwicklung eines Gewerbegebietes, das Gewerbetreibenden aus den umliegenden Gemeinden die Möglichkeit geben sollte, sich in der Region anzusiedeln. Das würde regionale Arbeitsplätze schaffen und somit umliegende kleine und mittlere Betriebe sowie die Gemeinden stärken.
Nun hören wir laute Stimmen, die behaupten, die GRÜNEN in Limeshain hätten diesem Logistikpark, wie er jetzt am Entstehen ist, zugestimmt.
Dieser Behauptung widersprechen wir hiermit ausdrücklich.
Die Limeshainer GRÜNEN haben einer Erweiterung des Interkommunalen Gewerbegebietes Limes in dem jetzt geplanten Ausmaß NICHT zugestimmt.
„Ursprünglich war ein Gewerbegebiet mit kleineren/mittleren, regionalen Firmen geplant. Was mittlerweile dort am Entstehen ist, hat mit der eigentlichen Idee eines interkommunalen Gewerbegebietes zwischen Büdingen, Hammersbach und Limeshain nicht mehr viel zu tun und findet nicht unsere Zustimmung“, so Klaus Wörner, Fraktionsvorsitzender der Limeshainer GRÜNEN.
Martin Seitz, ebenfalls Mitglied der Fraktion der GRÜNEN in Limeshain, fügt hinzu: „Von Logistik in dieser Größenordnung wurde erst sehr viel später gesprochen. Irgendwann hieß es, dass ein großer Investor gefunden sei. Wir haben damals dem Bebauungsplan für 24 ha Gewerbegebiet zugestimmt, da wir einer wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinde nicht im Weg stehen wollten. Wir sprechen uns aber ausdrücklich gegen eine Erweiterung des Gewerbegebietes Limes aus. Ein Logistikpark in dieser Größenordnung ist – vor allem auch unter Umweltaspekten – für unsere Region nicht akzeptabel.“
„Die Klimakrise hat den heißesten Juni seit Wetteraufzeichnung gebracht und vor ein paar Wochen fegte nur 40 km von Limeshain entfernt eine Fallböe über das Land, die ein Bild der Verwüstung hinterlassen hat. Ehrenamtliche Feuerwehrleute waren über 22 Stunden im Einsatz. Ein Gewaltenereignis, das zeigt, worauf wir uns in Zukunft einstellen müssen, wenn wir die Klimakrise nicht ernst nehmen,“ betont Heike Strohschnitter, Sprecherin der Limeshainer GRÜNEN. „Mitglieder des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften der Uni Kassel warnen vor Versiegelungen der Böden. Die Experten sagen, die Versiegelung von Böden begünstigt den Klimawandel, Dürren, Überschwemmungen, Erosion sowie den Verlust an Biodiversität und beeinträchtigt die Grundwasserbildung und damit die Trinkwasserversorgung.“ „Es gibt viele ernstzunehmende Gründe gegen eine Erweiterung, deren Auswirkungen einen erheblichen Einfluss auf die Bewohner vor Ort haben werden. Wieso die Erweiterung auf 50 ha um jeden Preis? Jedes Argument dagegen prallt bei den Befürwortern ab,“ fügt Monika Ditter, ebenfalls Sprecherin der Limeshainer GRÜNEN, hinzu.
Wir fordern auch diejenigen Gemeindevertreter auf, die ursprünglich für die Erweiterung gestimmt haben, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken, um zu einer für unsere Gemeinden zufriedenstellenden Lösung zu finden. Es muss eine Neueinschätzung unter Berücksichtigung der heutigen Gegebenheiten hinsichtlich der Notwendigkeit der Ost-/West-Erweiterungen des Gewerbegebietes Limes erfolgen. Hier muss es durchaus erlaubt sein, auch einmal getroffene Entscheidungen zu überdenken und ggf. zu korrigieren. Wenn sich zeigt, dass nachgesteuert werden muss, darf die Vernunft nicht dem Kommerz unterworfen werden.