Antrag zur Verlegung von Stolpersteinen und der Errichtung einer Gedenktafel am ehemaligen Standort der Synagoge

Gemeinsamer Antrag der Fraktionen UBL, Bündnis 90/Die Grünen und Dieter Skowasch vom 11.08.2025 zur Gemeindevertretersitzung am 23.09.2025: Die Antragsteller beantragen die Verlegung von Stolpersteinen und die Errichtung einer Gedenktafel am ehemaligen Standort der jüdischen Synagoge.

Beschlussvorschläge:

1. Die Gemeindeverwaltung wird beauftragt, die erforderlichen Maßnahmen für die Planung und die Verlegung von „Stolpersteinen“ zum Gedenken an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus durchzuführen.

2. Für jede ermordete, deportierte, vertriebene oder in den Suizid getriebene bereits bekannte Person, ist innerhalb der Gemarkung Limeshain auf öffentlichem Grund vor den jeweiligen Gebäuden ein Stolperstein zu verlegen. Spätere Erkenntnisse über weitere Personen sind im Nachgang mit einzubeziehen.

3. Die Gemeindeverwaltung wird weiterhin beauftragt, am Standort der ehemaligen Synagoge eine Gedenktafel zu errichten.

4. Die Umsetzung der Maßnahmen – Verlegung der Stolpersteine sowie die Errichtung der Gedenktafel – hat 2026 zu beginnen. Die Gemeinde hat umgehend Kontakt zu Herrn Gunter Demnig aufzunehmen.

Begründung:

„Ich spreche für die, die nicht mehr sprechen können.“ Dieses auch vor dem EU-Parlament im Jahr 2022 vorgestellte Motto Margot Friedländers muss am Leben gehalten werden. Wir, die Antragsteller, können in keiner Weise ihrem Motto folgen und von den Ausgrenzungen, den Vertreibungen, bis hin zu den systematischen Ermordungen berichten. Wir sind lediglich in der Lage, mit der Verlegung der Stolpersteine und der Errichtung einer Gedenktafel am Standort der ehemaligen Synagoge einen – wenn auch nur kleinen aber dennoch wichtigen Schritt Ihres Einsatzes gegen das Vergessen – zu gehen.

Nutzen wir unsere Chance, gegen das Vergessen im Sinne Margot Friedländers, „damit das nie wieder geschieht“ anzukämpfen,  und werden wir Mitglied der fast 2.000 Kommunen in Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Lichtenstein, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Republik Moldau, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, der Ukraine und Ungarn.

Verlegen auch wir die von Gunter Demnig geschaffene Gedenksteine/ -tafeln vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer und erinnern mit einer Gedenktafel an den ehemaligen Standort der Synagoge.