Rede der stellv. Fraktionsvorsitzenden Heike Strohschnitter zur Konstituierung der Ausschüsse, 11.05.2021

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, Herr Bürgermeister, liebe GemeindevertreterInnen und Gäste.

Die Aufgaben des Regionalverband FrankfurtRheinMain sind vielfältig. Mit nur einer Stimme in der Verbandskammer haben wir für Limeshain nur geringen Einfluss. Aber dennoch gilt es, dass die Verbandskammer das gesamte Spektrum dieser Gesellschaft widerspiegelt. In der noch aktuellen Verbandskammer waren von 75 Mitgliedern gerade mal acht Frauen vertreten. Acht Frauen, das sind gerade mal 11 Prozent, obwohl schon allein in Frankfurt 50,4 Prozent Frauen leben. Der Deutsche Frauenrat fordert mehr Frauen in die Parlamente. Diese Forderung wird von Parteien, Verbänden und Organisationen unterstützt und auch heute Abend sitzen in dieser Gemeindevertretung Frauen, die die Forderung des Deutschen Frauenrats unterschrieben haben. Im Februar 2021 hat sich das Bundesverfassungsgericht erstmalig mit Geschlechterparität in den Parlamenten beschäftigt und das Urteil zeigt: Parität ist möglich! Die Herstellung von Geschlechterparität ist zuallererst eine politische Entscheidung. Und so bitte ich heute Abend um Ihre Stimme – für mehr Gleichberechtigung – auch im Regionalverband.

Aber es geht mir auch nicht nur um Gleichberechtigung. Uns ist es wichtig, wie wir Limeshain in den kommenden Jahren gestalten. Wird es ein weiter so wie bisher oder nehmen wir die Möglichkeiten wahr und entwickeln wir Limeshain in eine Richtung, die es dringend braucht? In eine klimaneutrale Kommune mit Innenentwicklung vor Außenentwicklung. Geben wir dem Handwerk und dem Kleingewerbe eine Chance, weil diese nämlich Arbeitsplätze vor Ort, aus sich heraus erschaffen. Und fördern wir nicht weiter Logistikhallen, welche Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor schaffen oder noch schlimmer, durch Standortverlegung anderen Regionen die Arbeitsplätze wegnehmen. Gerade dort, wo in den vergangen Jahren Logistikhallen entstanden oder in Kürze entstehen sollen, wurden Parteien und Listen überproportional gewählt, welche kritisch dem Logistikwahn gegenüberstanden. Dies muss auch stärker im Regionalverband zur Geltung kommen.

Bestätigt durch das Bundesverfassungsgericht bedroht die Klimakrise die Grundrechte auf Leben, Gesundheit und Eigentum künftiger Generationen. Wir alle hier bestimmen, ob und wie unsere Region klimafreundlicher wird und in welche Richtung der Regionalverband in den nächsten Jahren gehen soll. Und dies sollte nicht danach entschieden werden, wie die Mehrheitsverhältnisse in den einzelnen Kommunen sind, sondern wie sie sich im Gebiet FrankfurtRheinMain insgesamt darstellen.

Deshalb bitte ich Sie heute Abend um Ihre Stimme. Danke sehr!