Alte Friedberger Straße ist wertvolles Kulturlandschaftselement

Pressemitteilung

Der Regionalverband FrankfurtRheinMain möchte ein Online-Kataster für kulturhistorische Landschaftselemente für Limeshain erstellen. Dies hat Monika Ditter von den Grünen in Limeshain zum Anlass genommen, die Alte Limburger Straße (auch Alter Handelsweg oder Alte Friedberger Straße genannt) beim Kultur-Büro AHB zu melden. „Die Alte Friedberger Straße ist für die Geschichte Himbachs von großer Bedeutung“, erklärt Monika Ditter.

Denn in der Nähe von Himbach kreuzten sich zwei Verkehrsstraßen. Dies war die Straße von Gelnhausen nach Friedberg, die bei Marienborn ein Stück der „Hohen Straße“ folgte, dann aber abzweigte und durch die Wetterau nach Friedberg führte. Jacob Friedrich Schreer, gelernter Leineweber und Tuchhändler, welcher für die Geschichte Himbachs von großer Bedeutung ist, nutzte diesen Weg in der Zeit um 1840, um zur Leipziger Messe zu fahren.  Schreer ist für die Geschichte Himbachs von großer Bedeutung, da er viel Neues und Fortschrittliches nach Himbach brachte, vor allen Dingen ertragreiche Obstpflänzlinge, die Himbach zum Wohlstand verhalfen.

Belegt ist diese Straße auch durch die Schmitt’sche Kartenskizze aus dem Jahr 1797 und eine maßstabgerechte geologische Karte von 1892 mit Überarbeitung 1896. Selbst die topographischen Karten 57/19 und 57/20 von 1991 zeigen noch den Straßenverlauf in dieser Gemarkung. Die Alte Friedberger Straße hatte eine Breite von 4,40 m. Ein Schotterbett mit Pflastersteinen, beidseitig Randsteine (alles unbehauen) und Straßengräben gehörten auch dazu. Nicht bekannt ist, ob sie überall in so gutem Zustand war. Das 2019 von engagierten Limeshainer Bürgern erfolgte Freigraben und Putzen (1 m breit an vier Stellen) zeigt: Es war kein einfacher Weg, sondern eine stattliche Straße!

„Aus einer Pressemitteilung konnten wir entnehmen, dass unser Bürgermeister, Adolf Ludwig, sehr froh über die Erstellung des Katasters ist, da die Zeugnisse unserer Vorfahren auf diese Weise besser bewahrt werden könnten und damit ein größeres Bewusstsein dafür geschaffen werde, welche Bedeutung diese für uns und unsere Identität haben. Umso unverständlicher ist für uns, dass Bürgermeister Ludwig dann weiterhin an der Osterweiterung im „Interkommunalen Gewebegebiet LIMES“ festhält. Denn diese Erweiterung wird die Alte Friedberger Straße für immer zerstören“, ergänzt Eric Duda.

Dass das Kultur-Büro AHB, welches im Auftrag des Regionalverbandes die kulturhistorischen Landschaftselemente sammelt, die Alte Friedberger Straße „für ein wertvolles Kulturlandschaftselement“ hält, freut Heike Strohschnitter sehr. „Können wir doch hoffen, dass diese Einstufung dazu führt, dass die Alte Friedberger Straße nicht zerstört wird. Jedenfalls, wenn Herr Ludwig seinen eigenen Aussagen Glauben schenkt!“

Die „Alte Friedberger Straße“ in Teilen freigelegt