Grüne fordern Gegendarstellung von der SPD Limeshain

27.10.2019

In jüngster Vergangenheit hat die Fraktion der SPD Limeshain einen Flyer an alle Haushalte in Limeshain verteilt. In diesem Flyer wird von einer „Belastung mit Pestiziden um 1800%“ im Erweiterungsgebiet des Interkommunalen Gewerbegebiet Limes berichtet. Die SPD beruft sich dabei auf ein Gutachten, welches das Hagener Ingenieurbüro Mull und Partner (M&P) im Auftrag des Investors Dietz AG erstellt hat. Nach neuesten Erkenntnissen hat aber zum Zeitpunkt der Flyer-Verteilung das Regierungspräsidium Gießen bereits Entwarnung gegeben. „Das sind Methoden, die eigentlich nur von Populisten verwendet werden und ich bin erschüttert, dass dies  in unserer Kommunalpolitik praktiziert wird“, so Heike Strohschnitter, Sprecherin der Grünen in Limeshain.

Inzwischen wurde ein neues Gutachten durch das Sachverständigenbüro Schnabel aus Wöllstadt im Auftrag der betroffenen Landwirte erstellt, welches dokumentiert, dass die erhobenen Werte von M&P falsch errechnet worden sind. Das Gutachten von Schnabel kommt zu dem Schluss, dass die dokumentierten Werte nicht zu beanstanden sind, und dass die Böden sehr wohl weiterhin für Landwirtschaft nutzbar sind. „Das Vorgehen, eine Belastung mit Pestiziden zu behaupten, die nicht der Realität entspricht und diese fehlerhaften Informationen durch das Verteilen eines Flyers an alle Haushalte in Limeshain weiterzugeben, war grob fahrlässig. Hier wurden die Landwirte aus der Region an den Pranger gestellt, vermutlich mit dem Versuch, eine Erweiterung auf 50 ha zu begründen“, fügt Monika Ditter, 2. Sprecherin der Grünen in Limeshain, hinzu.

„Man stelle sich vor, dies hätten sich Politiker auf Landes- und Bundesebene erlaubt. Ein Rücktritt der verantwortlichen Person wäre das Mindeste, was dann gefordert würde,“ echauffiert sich Klaus Wörner, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Limeshain.

Martin Seitz, ebenfalls Fraktionsmitglied, fügt hinzu: „Es wurde bewusst mit der Angst der Bevölkerung gespielt. Gerade bei einem so sensiblen Thema wie Trinkwasserversorgung hätte die SPD das Gutachten von einem Sachverständigen prüfen lassen müssen, statt es ungeprüft dazu zu verwenden, gegen die BI SchatzBoden vorzugehen!“

Bei allem Verständnis, dass die SPD zur Zeit um den Erhalt ihrer Wählerschaft kämpfen muss, kann ein solches Verhalten nicht geduldet werden. Gleicht es doch eher einem Ertrinkenden, der nach dem letzten Strohhalm greift, als nach solider und kompetenter Gemeindepolitik.

Die Grünen in Limeshain fordern deshalb die Verantwortlichen der Limeshainer SPD-Fraktion dazu auf, die Bevölkerung über die Aussagen des Regierungspräsidiums Gießen zu informieren und sich bei den Bürgern von Limeshain für ihre rein populistische Aktion zu entschuldigen!